§1 Auftrag/Gemeinsame Verantwortung

Die Träger der Kindertageseinrichtungen in Idstein erkennen ihren Auftrag im Kinder- und Jugendhilfegesetz und im Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch. Im Mittelpunkt steht die Entwicklungsförderung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Dies geschieht durch Erziehung, Bildung und Betreuung. Die Angebote, Strukturen und Maßnahmen der Einrichtungen entsprechen dieser gesetzlichen Grundlage. Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan dient den Einrichtungen als fachliche Orientierung. Seine Umsetzung ist auch Gegenstand der koordinierten Fortbildung. Die Eltern werden in wesentlichen Angelegenheiten der Einrichtung beteiligt.

In gemeinsamer Verantwortung stellen die Träger ein bedarfsgerechtes Gesamtangebot für die Kinder und Familien in Idstein bereit. Dieses wird untereinander transparent gemacht und abgestimmt, zwischen den Trägern findet ein Informationsaustausch über Bedarfsentwicklungen vor Ort statt. Innerhalb dieser Gesamtverantwortung führen die Träger ihre Einrichtungen im Sinne ihrer jeweiligen Satzungen mit ihrem spezifischen Profil.

 

§2 Bild vom Kind und Entwicklungsförderung der Kinder

Der Trägerkreis schließt sich den Ausführungen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans an, der Kinder als kompetente Persönlichkeiten beschreibt:

„Von Anfang an äußern Kinder ihre Bedürfnisse, gestalten ihre Bildung und Entwicklung aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessen Verantwortung, denn der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt. Bereits sehr kleine Kinder sind eher aktive Mitgestalter ihres Verstehens als passive Teilnehmer an Umweltereignissen. Kinder haben von Natur aus viele Stärken und Ressourcen und zugleich ist jedes Kind anders. Kinder wollen von sich aus lernen. Ihr Lerneifer, ihr Wissensdurst und ihre Lernfähigkeit sind bemerkenswert groß. Mit zunehmendem Alter und Wissenserwerb werden sie zu Experten, deren Weltverständnis in Einzelbereichen dem der Erwachsenen ähnelt … Kindliche Entwicklung erweist sich aus heutiger Sicht als ein komplexes und individuell verschieden verlaufendes Geschehen. Jedes Kind bietet ein Spektrum einzigartiger Besonderheiten durch sein Temperament, seine Begabungen, Bedingungen des Aufwachsens und Eigenaktivitäten. Es hat sein eigenes Tempo, kann sich in einem Bereich schneller entwickeln als in anderen.“ (S. 28 f. )

Ebenso sieht sich der Trägerkreis dem Kinder und Jugendhilfegesetz (KJHG) und dem Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJGB) verpflichtet, die das Recht jedes jungen Menschen auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit herausstellen und den Kindertageseinrichtungen den Auftrag erteilen, die Entwicklung des Kindes in diesem Sinne zu fördern. Der Förderungsauftrag umfasst die Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Allen Kindern sollen gleiche Entwicklungschancen gegeben werden.

Der Trägerkreis betont darüber hinaus die Bedeutung der Bindungen zwischen Erwachsenen und Kindern, ohne die es keine verlässliche Entwicklung geben kann. In sicheren Bindungen können Kinder sich gestärkt fühlen, sich vergewissern und absichern. Erwachsene können sich als Vorbilder anbieten und erstrebenswertes Handeln vorleben.

Die Haltung der Erwachsenen gegenüber dem Kind ist die entscheidende Grundlage des pädagogischen Erfolgs: Die Bedürfnisse der Kinder sind ernst zu nehmen, mit ihnen ist ein wertschätzender Umgang zu pflegen, die Rechte der Kinder sind zu wahren.

In der Kindertageseinrichtung soll die intrinsische Motivation der Kinder durch eine anregende Lernumgebung gefördert werden. Es soll nicht der Versuch unternommen werden, die Entwicklung des Kindes gegen seine Bedürfnisse und sein Tempo zu beschleunigen.

Vereinbarung zwischen den Trägern der Kindertageseinrichtungen und der Stadt Idstein (Auszug)